Die Geschichte des Bürgerschützenverein 1822 Herbern




















Wenn am Freitagmittag der Hauptmann in seine Pfeife stößt und die Bürgerschützen zum Antreten ruft, versammelt sich in Herbern ein Verein mit über 200-jähriger Geschichte. Doch die Wurzeln des Schützenwesens reichen noch weiter zurück. Bereits im 17. Jahrhundert feierten Herberner Bürger nachweislich Schützenfeste. Der heutige Bürgerschützenverein entstand jedoch aus einem Junggesellenverein, der nach fünfzehn Jahren Unterbrechung im Jahr 1822 wieder ein Schützenfest veranstaltete. Am 6. August 1822 wurde damit das erste moderne Schützenfest in Herbern gefeiert. Junge Männer versammelten sich damals im Mersch, der heutigen Vogelrute, um einen Vogel von der Stange zu schießen. Josef Langewender gilt dabei als einer der entscheidenden Gründer und Förderer des Vereins. Bis 2012 wurde der Hauptkönig traditionell am Montag ausgeschossen, weshalb man ihn lange Zeit den „Montagskönig“ nannte.
Doch bevor gefeiert wird, muss angetreten werden. Der Hauptmann ruft die Truppe zusammen. Zum Verein gehören heute verschiedene Gruppierungen und Kompanien, die gemeinsam das Bild des Festzuges prägen. Den Anfang bilden Offiziere und Vorstand. Das heutige Offizierskorps wurde nach dem Zweiten Weltkrieg insbesondere von Hans Berger und Josef Wickensack geprägt und neu aufgebaut. Zwar gab es von Beginn an den Oberst sowie Fahnenoffiziere und Begleiter des Königs, doch viele heute bekannte Ämter entstanden erst später. Mit Oberst Hans Berger kamen Adjutanten hinzu, außerdem Hauptmann, Spieß und Königsoffiziere. Das Korps passte sich im Laufe der Jahrzehnte immer wieder den Anforderungen der Zeit an. Eine besondere Rolle nahm Hans Berger selbst ein: Er wurde unmittelbar nach dem Krieg erster Generaloberst des Vereins und blieb bis in die 1980er Jahre hinein eine prägende Persönlichkeit. Sein Nachfolger Bernhard Grund wurde später sogar zum ersten und einzigen Generalfeldmarschall des Vereins ernannt.
Neben den Offizieren bildet der Vorstand die älteste feste Struktur des Vereins. Nachweisbar sind Vorsitzende seit Ferdinand Eidecker in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Viele Vorsitzende prägten ihre Zeit auf besondere Weise: Josef Schürmann und Ferdinand Eidecker ebenso wie Fritz Eling oder Heinz Neuhaus, die später zu Ehrenvorsitzenden wurden. Auch Robert Temmann hinterließ deutliche Spuren im Vereinsleben, ehe sein Sohn Tobias Temmann den Vorsitz übernahm. Heiner Laxen wiederum führte den Verein inhaltlich ins neue Jahrtausend. Wie das Offizierskorps wandelte sich auch der Vorstand immer wieder mit den gesellschaftlichen Veränderungen.
Geht man den Festzug entlang, folgt nach den Offizieren zunächst die Fahnengarde. Sie entstand 1973 aus der Avantgarde heraus. Heute gehören ihr junge Mädchen und Frauen an, die mit Fahnenwürfen und Tänzen ein wichtiger Bestandteil des Vereinslebens geworden sind. Danach folgt die Damengarde, die jüngste Gruppierung des Vereins. Sie gründete sich 2019, wurde 2021 offiziell aufgenommen und nahm zum Jubiläum 2022 erstmals am Schützenfest teil. Sie bildet den weiblichen Zweig der Jugendarbeit und steht zugleich für die Zukunft des Vereins.
Der männliche Teil der Jugend ist die Avantgarde. Seit 1953 gehört sie zum Verein. Zunächst traten die jungen Schützen gemeinsam auf, später kamen eine eigene Standarte im Jahr 1961, ein eigener König ab 1972 und schließlich eigene Offiziere hinzu. Viele ehemalige Avantgardisten engagieren sich heute in Vorstand und Offizierskorps. Einige fanden später ihren Platz in der Ehrengarde, die sich 2017 formierte. In ihr versammeln sich ehemalige Vorstandsmitglieder, Offiziere, Beiratsmitglieder, Könige und besonders geehrte Vereinsmitglieder.
Nach dem Vorstand folgt die Kompanie – das Rückgrat des Vereins. Sie besteht seit den Anfängen und vereint alle Mitglieder, die keiner besonderen Gruppe angehören. Einheitlich tragen ihre Mitglieder die blaue Schützenkrawatte und die Schirmmütze. Die Offiziere unterscheiden sich seit 1990 durch silberne Krawatten. Den Abschluss des Zuges bilden die Tippelbrüder. Diese Gruppe besteht seit 1997 und versteht sich als Freundeskreis mit besonderer Freude am Schützenfest. Dennoch stellten auch sie bereits Offiziere, Vorstandsmitglieder und Könige.
Ist die Truppe angetreten, erscheint das wichtigste Symbol des Vereins: die Vereinsfahne. Bereits 1823 stiftete Josef Langewender die erste Fahne des Vereins. Bekannt sind heute vor allem die rote Fahne von 1890, die grüne Fahne von 1953 und die heutige blaue Fahne aus dem Jahr 2012. Diese wurde von Johannes Schlüter, Marco Hüsing und Robert Temmann gestaltet.
Nach der Fahnenparade und der Inspektion durch die höheren Offiziere zieht der Festzug zum Königshaus. Seit der Zwischenkriegszeit gehört anschließend der Gang zum Mahnmal fest zum Ablauf. Dort gedenken die Schützen der Gefallenen der Kriege sowie der verstorbenen Vereinsmitglieder. Das Mahnmal wurde in den 1950er Jahren umgestaltet und wird bis heute vom Verein betreut. Während der Kranzniederlegung erklingen Salutschüsse. Bereits seit 1972 verfügt der Verein über Kanoniere. Die ersten Kanoniere – Willi Böcker, Egon Schütte, Theo Rüntmann und Lutz Wenner – bauten die Kanone „Henni“. Zunächst wurde mit Schreckschussanlagen geschossen, ehe 2011 Eckard Froning, Stefan Hölscher, Patrick Sonnenburg und Hendrik Möller als Schwarzpulverkanoniere ausgebildet wurden. Seitdem erfolgen die Salutschüsse traditionell mit Schwarzpulver.
Von dort zieht der Verein weiter zur Vogelstange. Der heutige Schützenplatz wurde am 25. Juli 1956 von Reichsgräfin Ida von Merveldt an den Bürgerschützenverein und die Jakobi-Bruderschaft übergeben. Zuvor wurde am sogenannten Mersch auf dem Schüttwall geschossen. Über Jahrzehnte hinweg entwickelte sich der Schützenplatz weiter. Jede Gruppe gestaltete ihren Bereich individuell. Zum Jubiläum 1997 wurden Containeranlagen mit Toiletten und einer zweibahnigen Schießanlage errichtet. Während der Corona-Pandemie nutzte der Verein die veranstaltungsfreie Zeit, um gemeinsam mit der Jakobi-Bruderschaft, dem Schützenverein Horn und der Gemeinde Ascheberg die Infrastruktur des Platzes umfassend zu modernisieren. Wasser-, Strom- und Abwasserleitungen wurden erneuert und neu verlegt.
Dann beginnt das Vogelschießen. Seit dem 19. Jahrhundert wird überwiegend mit Gewehren geschossen. Bereits ein Beleg aus dem Jahr 1851 erwähnt das Vogelschießen mit Gewehren des damaligen Junggesellenvereins. Wie schon in den ersten Statuten festgelegt, wird derjenige König, der den Vogel von der Stange holt. Seit über zweihundert Jahren fand sich immer ein neuer König – auch wenn das Fest in manchen Jahren ausfallen musste, etwa Anfang der 1930er Jahre oder während der Corona-Pandemie 2020 und 2021. Ganz aufgegeben wurde das Vereinsleben jedoch nie. So fanden 1932 und 2021 vereinsinterne Biwaks statt.
Der erste bekannte König war Josef Hennemann, der zugleich als letzter Wolfsjäger Westfalens bekannt wurde. Seine Königin war Getrudis Humpers. Die Inschrift seiner Plakette lautet bis heute: „Mit dem Gewehr erwarb ich die Ehre, auch hab ich einen Wolf erlegt, dadurch Neid und Streit erregt.“ Fast 190 Jahre lang folgten ausschließlich männliche Könige, bis Ulrike Krampe im Jahr 2008 als erste Frau den Vogel abschoss.
Auch Kaiser brachte der Verein hervor. In chronologischer Reihenfolge waren dies Alfred Kontny, Bernd Deitermann, Artur Töning und Uwe Finke. Nach dem Königsschuss folgt die Proklamation. Dabei erhält der König die Königskette. Jeder König stiftete im Laufe der Zeit ein eigenes Schild. Josef Langewender spendete bereits zu Beginn einen silbernen Vogel, der bis heute an der alten Kette hängt. Die heutige Königskette wurde jedoch erst zum Jubiläum 1972 gestiftet und seither erweitert.
Nach der Proklamation beginnt das eigentliche Feiern. Der Freitagabend entwickelte sich zur größten Freiluftdisco der Umgebung. Schon im 19. Jahrhundert galt der Junggesellenverein als besonders feierfreudig. Teilweise geriet er dadurch in Verruf. Deshalb entstand 1863 aus Teilen des Vereins die „Allgemeine Schützengesellschaft“. Sie sollte allen Bürgern offenstehen – unabhängig von Herkunft, Stand oder Religion. Verheiratete wie Junggesellen konnten Mitglied werden. Am 10. August 1863 beantragten Friedrich Strunk, Josef Vertgewall, Gerhard Kortmann, Engelbert Hölscher und Josef Samson offiziell die Umbenennung des bisherigen Junggesellenvereins. Die neue Gesellschaft zählte bereits 116 Mitglieder. Die letzten Spuren des alten Junggesellenvereins verschwanden schließlich 1886. Ab 1890 trat der Verein endgültig als Bürgerschützenverein Herbern auf.
Ferdinand Eidecker
Johannes Schwartländer
Josef Schürmann
Josef Wickensack
Heinrich Nägeler
Clemens Wessel
Fritz Eling
Heinz Neuhaus
Robert Temmann
Heiner Laxen
Karsten Nägeler
Tobias Temmann
- 1877 Gerhard Heitmann
- 1878/79 Bernhard Künne
- 1880 Joseph Homann
- 1881 Bernhard Miggelt
- 1882/83 Bernhard Tillmann
- 1884 Bernad Koch
- 1885/86 Bernhard Kortmann
- 1887 J. Nordhoff
- 1888 Carl Braumann
- 1889/90 Theodor Lülkenhaus
- 1891 Paul Tillmann
- 1892 H. Linnenbaumer
- 1893 CL. Hennemann
- 1894 H. Hennemann
- 1895-1898 Theodor Overhage
- 1899 Anton Bollwin
- 1901 Christoph Aschwer
- 1902 Theodor Thiemann
- 1903 Theodor Overhage
- 1904/05 Bernhard Neuhaus
- 1906-1908 Friedrik Eckholt
- 1909/10 Paul Tillmann
- 1911-1913 Ferdinand Eidecker
- 1914-1922 Heinrich Kortmann
- 1926/1927/1929 Ferdinand Eidecker
- 1929 Bernd Nägeler
- 1933-1936 Ludwig Bisping
- 1949/50 Heinrich Nägeler
- 1951 Hans Berger
- 1952- 1966 Josef Wickensack (ab 1961 General)
- 1966-1987 Otto Engler
- 1987-1988 Bernhard Grund
- 1988-1989 Paul Närdemann
- 1990-1998 Josef Stendrup
- 1998-2007 Bernhard Grund
- 2009-2018 Klaus Feldkemper
- ab 2018 Heiko Mönster
Generaloberst
- 1952-1986 Hans Berger
- 1988-1990 Bernhard Grund (ab 1989 Generalfeldmarschall)
- 1989-1998 Paul Närdemann
- 2003-2013 Josef Stendrup
- 2013-2018 Detlev Bomholt
- ab 2018 Klaus Feldkemper
Heading Title
Ferdinand Eidecker
Johannes Schwartländer
Josef Schürmann
Josef Wickensack
Heinrich Nägeler
Clemens Wessel
Heinz Neuhaus
Heiner Laxen
Tobias Temmann
Oberst
1877 Gerhard Heitmann – 1878/79 Bernhard Künne – 1880 Joseph Homann – 1881 Bernhard Miggelt – 1882/83 Bernhard Tillmann – 1884 Bernad Koch – 1885/86 Bernhard Kortmann – 1887 J. Nordhoff – 1888 Carl Braumann – 1889/90 Theodor – Lülkenhaus – 1891 Paul Tillmann – 1892 H. Linnenbaumer – 1893 CL. Hennemann – 1894 H. Hennemann – 1895-1898 Theodor Overhage – 1899 Anton Bollwin – 1901 Christoph Aschwer – 1902 Theodor Thiemann – 1903 Theodor Overhage – 1904/05 Bernhard Neuhaus – 1906-1908 Friedrik Eckholt – 1909/10 Paul Tillmann – 1911-1913 Ferdinand Eidecker – 1914-1922 Heinrich Kortmann – 1926/1927/1929 Ferdinand Eidecker – 1929 Bernd Nägeler – 1933-1936 Ludwig Bisping – 1949/50 Heinrich Nägeler – 1951 Hans Berger – 1952- 1966 Josef Wickensack (ab 1961 General) – 1966-1987 Otto Engler – 1987-1988 Bernhard Grund – 1988-1989 Paul Närdemann – 1990-1998 Josef Stendrup – 1998-2007 Bernhard Grund – 2009-2018 Klaus Feldkemper – ab 2018 Heiko Mönster
Gib hier deine Überschrift ein
Das Schützenfest dauerte schon im 19. Jahrhundert mindestens zwei Tage. Früher wurde zusätzlich auf Scheiben geschossen. Seit den 1950er Jahren entwickelte sich daraus der zweite Königswettbewerb – zunächst als Flaschenkönig, später als Sonntagskönig und heute als Jungschützenkönig. Dieser zweite König sollte gerade jüngeren Mitgliedern mit weniger finanziellen Möglichkeiten die Chance geben, selbst einmal Majestät zu sein. Nur wenige Sonntagskönige wurden später Hauptkönig. Ein besonderes Beispiel ist Tim Pleger, der zuvor bereits Kinderschützenkönig gewesen war. Mit der großen Reform von 2012 wurde das Königsschießen schließlich vom Sonntag auf den Samstag verlegt.
Zum Schützenfest gehört auch der Königsball, der seit jeher als gesellschaftlicher Höhepunkt gilt. Ihm voraus geht der Große Zapfenstreich, der seit 1992 auf dem Kirchplatz abgehalten wird. Seit 2012 sorgen sogar drei Musikkapellen für die musikalische Gestaltung. Der Zapfenstreich lockt jedes Jahr zahlreiche Zuschauer aus Herbern und Umgebung an.
Der Sonntagmorgen beginnt traditionell mit der Heiligen Messe und dem Frühschoppen. Die Messe war bereits 1822 fester Bestandteil des Festes und wurde in den ersten Statuten ausdrücklich erwähnt. Obwohl der Verein nie ein kirchlicher Verein war, blieb er stets eng mit der Kirche verbunden. Gleichzeitig gehörten über viele Jahrzehnte hinweg selbstverständlich auch Protestanten, Juden und Nichtglaubende zum Verein. Die religiöse Verwurzelung zeigt sich bis heute. Im Jahr 2005 führte der damalige Hauptmann sogar das Amt des Kompanieseelsorgers ein.
Nach der Messe folgt der Frühschoppen und damit auch die Ehrung verdienter Mitglieder. Bereits seit den 1950er Jahren werden langjährige Mitgliedschaften ausgezeichnet – als bewusste Antwort auf die Erfahrungen von Krieg und Diktatur. Geehrt werden 25-, 40-, 50-jährige und noch längere Mitgliedschaften. Seit 1987 erhält außerdem jeder amtierende König einen Orden und seine Königin eine goldene Nadel. Ebenso werden Jubelkönige geehrt.
Die höchste Auszeichnung des Vereins ist jedoch der Hubertusorden. Er wurde 1956 eingeführt und darf gleichzeitig nur an fünfzehn lebende Mitglieder verliehen sein. Erst wenn ein Träger ausscheidet, kann ein neuer Orden vergeben werden. Hans Berger war der erste Träger, gefolgt von Josef Wickensack. Besonders große Verleihungen fanden 1972 und 2017 statt. Insgesamt wurden bisher erst 37 Hubertusorden vergeben. Der jüngste Träger ist Klaus Feldkemper, zugleich der erste Sohn eines Hubertusordenträgers, der selbst diese Auszeichnung erhielt.




















Doch das Vereinsleben endet nicht mit dem Schützenfest. Über das Jahr hinweg finden zahlreiche Veranstaltungen statt. In den 1950er bis 1970er Jahren veranstaltete der Verein gemeinsam mit dem Sportverein Karnevalsfeiern. Heute beteiligen sich die Schützen an vielen Aktionen im Dorf und engagieren sich unter anderem auf dem Recyclinghof.
Besonders wichtig sind zwei Termine im Jahreslauf: der Ausmarsch und das Königsscheiben-Aufhängen. Der Ausmarsch findet sechs Wochen vor dem Schützenfest statt und eröffnet die neue Saison. Uniformen werden kontrolliert, die Vögel abgeholt und der Runkelkönig ermittelt – ein Spaßkönig, den es seit 1972 gibt. Der Ausmarsch selbst wurde 1992 eingeführt und pausierte lediglich zwischen 2011 und 2018. Seit 2008 bieten die Offiziere jedem König an, eine Königsscheibe aufzuhängen. Alle Könige nahmen diese Tradition bislang an.
Daneben spielt auch der Schießsport weiterhin eine wichtige Rolle. Verschiedene Schießgruppen und Vergleichsschießen gehören ebenso zum Vereinsleben wie Besuche befreundeter Vereine. Seit 2013 informiert der Verein zudem über soziale Medien. Facebook und später Instagram wurden von Marco Hüsing eingeführt und betreut. Hinzu kommen Filmproduktionen über die Vereinsgeschichte sowie die Vereinszeitschrift, die Johannes Schlüter 2007 ins Leben rief. Der Jubiläumsfilm von 2022 wurde sogar erstmals im Kino gezeigt.
So lebt das Schützenwesen in Herbern bis heute: tief verwurzelt in über zweihundert Jahren Geschichte und zugleich offen für Neues. Männer und Frauen, Junge und Alte finden hier ihre Heimat. Natürlich gibt es Diskussionen und Veränderungen. Doch am Ende steht stets die gemeinsame Verbundenheit mit dem Verein und seiner Tradition. Hinter jeder Jahreszahl, jedem König und jeder Fahne stehen Menschen, Erinnerungen und Geschichten. Jeder Schütze kann davon erzählen – von Freude und Gemeinschaft, aber auch von schweren Zeiten. Wer zuhört, entdeckt weit mehr als nur ein Fest. Er entdeckt ein Stück Herberner Geschichte. Horrido!




















Heading Title
Click edit button to change this text. Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Ut elit tellus, luctus nec ullamcorper mattis, pulvinar dapibus leo.
Heading Title
Click edit button to change this text. Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Ut elit tellus, luctus nec ullamcorper mattis, pulvinar dapibus leo.
Wie in keinen Jahrhunderten zuvor haben die letzten Jahrzehnte in nahezu allen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens umwälzende Veränderungen mit sich gebracht. Auch vor den kulturellen Einrichtungen und Institutionen der verschiedensten Art machte dieser Trend keinen Halt. Was vorgestern und gestern noch als gesichert und unangefochten galt, erscheint heute vielfach als unvorstellbar und überholt.
In reichem Maße hat der Bürgerschützenverein 1822 Herbern in seiner nunmehr 190jährigen Geschichte diese Fakten miterlebt. Und dennoch ist er in diesem Strom der Zeit seinen stolzen Traditionen treu geblieben. Sie haben den Wandel aller Zeiten überdauert. Frei von klischeemäßigen Vorstellungen verstand es der Verein immer wieder, sich den notwendigen Neuerungen und Erkenntnissen aufgeschlossen zu zeigen, Tradition und Fortschritt sachbezogen miteinander zu verbinden.
Gerade diese Tradition mit der Vergangenheit und dem gleichzeitigen geöffnet sein für das Morgen hat dem Verein seinen Stempel aufgedrückt. So muß es fast wie eine folgerichtige Konsequenz erscheinen, daß es ihm Dank seiner zielstrebigen Tätigkeit gelang, die Größe, die Kameradschaft, den guten Ruf, auch weit über die Gemeindegrenzen hinaus, zu erringen.
Einige Gedanken der Besinnung und der Rückschau sollten festgehalten werden. Diese sind um so notwendiger, als viele Menschen heute in den Schützenvereinen und Bruderschaften nichts weiter als irgend einen Verein sehen. Sie kennen nicht mehr den Ursprung, aus dem die Schützengilden einmal gewachsen sind. Entstanden, gegründet auch zum Schutz der Heimat, der Kultur und des Glaubens. Unter diesem Aspekt wurde im Jahre 1822 der Junggesellenverein unter dem Namen Gesellschaft der Vereinten in Herbern gebildet.</p >
So beginnen die Gründungsstatuten, seiner Zeit Gesetze genannt. Die Inschrift Gesellschaft der Vereinten trägt auch der silberne Vogel, der oberhalb des Brustschildes der alten Königskette angebracht ist. Seit 1972 tragen die Könige eine neue Kette. Wie aus den ersten Statuten des Vereins, aus dem Jahre 1823 hervorgeht, nimmt der Einfluss der Kirche und die Verpflichtung eines jeden Mitgliedes zum sittlichen Leben einen breiten Raum ein.
Aber auch Feste wurden gefeiert, die damals die Bezeichnung Fest des Vogelschießens trugen. Die ersten Vogelschießen führte die Gesellschaft der Vereinten an der Vogelstange im Mersch, unweit von Herbern, so in der damaligen Vereinschronik vermerkt, durch. Die heutige Vogelrute wurde damals Mersch genannt. Die Würde des ersten Königs 1822 errang Josef Hennemann, der auch den letzten Wolf in Westfalen erlegte. Zu seiner Königin erkor er sich Gertrudis Humpers. In seiner Plaketteninschrift ist zu lesen: Mit dem Gewehr erwarb ich die Ehre, auch Freude nicht wenig; auch habe ich einen Wolf erlegt, dadurch Neid und Streit erregt.
Die sogenannten Gesetze wurden am 3. August 1823 vor den versammelten Mitgliedern verlesen und unterzeichnet von Hermann Rodenstein und Jantedor Hölscher, die bereits als Rechnungsprüfer gewählt waren. Die Feste des Vogelschießens fanden im Wechsel in den ersten Jahren bei den Wirten Josef Langewender, Engelbert Schäper, Tillmann, Franz Wesselmann, Josef Hennemann, Witwe Langewender und bei Wette statt.
Im Jahre 1839 beurkundeten die Gesetze zum ersten Mal den Begriff Schützenfest, welches bei Wette gefeiert wurde. Interessant ist zu erwähnen, daß die genannte Gesellschaft im Jahre 1828 auf Grund einer Verordnung der königlichen Regierung zu Münster erstmals einen hinreichend hohen und sichernden Kugelfang angelegt hatte. Wegen Unruhen in Frankreich durfte 1830 nicht mit Gewehren geschossen werden. Im Jahre 1851 ist ein sachkundiger Schießmeister arrangiert worden. Das geht aus den Unterlagen der damaligen Amtsblätter hervor, die im Archiv der Gemeindeverwaltung in Herbern aufbewahrt werden.
Im Jahre 1863, und zwar am 10. August, beantragten die schon gewählten Vorstandsmitglieder Friedrich Strunk, Josef Vertgewall, Gerhard Kortmann und Engelbert Hölscher beim damaligen Amtmann Baron von Nagel, eine Änderung des Namens in Allgemeine Schützengesellschaft anstelle des bisherigen Junggesellenvereins. Ein Allgemeines Schützenfest, und zwar an zwei Tagen noch im gleichen Jahr zu feiern, war beabsichtig. Folgende Begründung wurde vorgelegt: Zerfall des bisherigen Junggesellenvereins, Stärke des neu zu gründenden Vereines bereits 116 Mitglieder, übergewechselt aus dem Jungesellenverein. Gleichzeitig wurde eine Liste der gemeldeten Mitglieder und die Statuten für das in Herbern zu gründende Allgemeine Schützenfest, – wie es wörtlich in der Vereinschronik zu lesen war, – vorgelegt.
In den Statuten wurde festgelegt, daß Verheiratete und Junggesellen, ohne Unterschied des Standes, nicht unter 18 Jahren aufgenommen werden konnten. Bedingung war allerdings, daß sie einen einwandfreien Lebenswandel und keine Verachtung in der Gemeinde aufzuweisen hatten. Dem Vertrag wurde nach vielen schriftlichen Verhandlungen mit dem Landrat in Lüdinghausen und der königlichen Regierung in Münster stattgegeben. Im gleichen Jahr am 31. August und 1. September 1863, wurde das erste Allgemeine Schützenfest gefeiert. Am 1. Tag wurde auf den Vogel und am 2. Tag auf Scheiben geschossen.
Aus der Chronik geht hervor, daß man im Jahre 1890 eine Namensänderung für angebracht hielt. Aus der Allgemeinen Schützengesellschaft wurde der Schützenverein Herbern. Im Jahre 1922 konnte der Verein auf sein 100jähriges Bestehen zurückblicken. Philip Dorn errang damals die Jubelkönigswürde. Außer im Inflationsjahr 1923 und in den Jahren der Weltwirtschaftskrise 1930 – 1933 feierte der Bürgerschützenverein Herbern alljährlich sein Schützenfest, bis der 2. Weltkrieg dieser schönen Tradition vorerst ein Ende setzte.
Slide 1 Heading
Slide 2 Heading
Slide 3 Heading
Noch ehe die menschlichen und materiellen Verluste verschmerzt waren und das alltägliche Leben nach einem gesunden Rhythmus rang, fanden sich bewährte Schützenbrüder unter ihrem Vorsitzenden Josef Schürmann zusammen, um dem Verein wieder Leben und Schützengeist zu geben. Und der Erfolg blieb nicht aus. 1949 war der Bürgerschützenverein wieder in der Lage, sein erstes Nachkriegsschützenfest zu feiern. Franz Eckholt aus Ondrup gelang es, die Königswürde zu erringen, wenn auch nur mit Pfeil und Bogen, da Gewehre noch verboten waren. Nach dem Königspaar von 1950 Josef Wickesack und Else Deitermann errang im Jahre 1951 Paul Klaves die Königswürde. Für die Feierlichkeiten holte er seine Königin und spätere Frau Ursula Franke persönlich aus Münster ab.
Und dann blühte das Vereinsleben in den folgenden Jahren bis heute zu einer bis dahin nicht gekannten Größe auf. Und das verdankt der Verein einigen Persönlichkeiten. Genannt werden muß an dieser Stelle nochmals der langjährige 1. Vorsitzende Josef Schürmann, der in der Vor- und Nachkriegszeit bis 1956 23 Jahre die Geschicke des Vereins geleitet hat.
Eine weitere Persönlichkeit ist zu erwähnen, die nach dem Kriegsende das Vereinsleben entscheidend mitgeprägt hat. Zahnarzt Josef Wickensack, der den Vorsitz nach Josef Schürmann für ein halbes Jahr übernahm und dann von Heinrich Nägeler abgelöst wurde. Josef Wickensack wurde in der Generalversammlung im Herbst 1967 zum Oberst und Kommandeur gewählt und später zum General befördert. Durch seinen unermüdlichen Einsatz, verbunden mit Elan, aber auch notwendiger Strenge innerhalb des Offizierkorps, gepaart mit dem ihm ureigenen Humor und Witz, führte er den Verein zu Erfolg und Größe.
Die Führung des Vereins lag bis 1962 in den Händen von Heinrich Nägeler, der von Clemens Wessel abgelöst wurde. In seine Amtszeit fiel der Umzug zum neuen Schützenplatz im Haselbüschen 1965. Der neue Schießstand wurde in enger Zusammenarbeit zwischen Schützenverein und Jacobi-Bruderschaft erbaut. Die Gräfin von Merveldt weihte den Platz ein und taufte ihn auf den Namen Graf Ferdinand von Merveldt. Erster König auf dem neu angelegten Platz wurde Ludwig Wenner. 1968 übernahm Fritz Eling den Vorsitz und leitete den Verein bis 1984 mit viel Einsatz. Er wurde von Heinz Neuhaus abgelöst, der den Posten des ersten Vorsitzenden 16 Jahre lang bekleiden sollte.
1972 wurde das 150jährige Bestehen des Bürgerschützenvereins 1822 Herbern gebührend gefeiert. Zu diesem Jubelfest waren 12 Schützenvereine und Bruderschaften aus Herbern und den Nachbarorten vertreten. Rund 5000 Besucher waren Zuschauer des großen Festumzuges. Josef Börste errang die Jubelkönigswürde, Werner Heitmann wurde Sonntagsjubelkönig. 1982 wurde das 160jährige Bestehen des Bürgerschützenvereins im kleinen Rahmen vom 5. bis 7. Juni gefeiert. Dazu wurden die örtlichen sowie befreundeten Schützenvereine und Bruderschaften mit Abordnungen geladen. Der Festverlauf wurde für dieses und die nächsten Feste umgestaltet. Ein neuer Termin im Schützenjahr wurde 1992 der Ausmarsch der zum erste Mal in der neuen Halle des Geschäft „Zweirad Walter Hölscher“ gefeiert wurde
Das 175jährige Jubiläum wurde 1997 im großen Rahmen gefeiert. Nach einem Bunten Abend am Freitag und der Disco am Samstag, bildete der Sternmarsch mit über 1000 Teilnehmern von befreundeten Vereinen den Höhepunkt am Sonntag. Vielumjubelter Jubiläumskönig wurde am Montag mit dem 486. Schuss der Hauptmann des Schützenvereins Bernhard Grund. Zur Mitregentin erwählte er seine Frau Petra.
Im darauffolgenden Jahr schoss Bernhard Deitermann zum zweitenmal nach 1983 den Rest des Vogels von der Stange und regierte damit 1998 als Kaiser die Bürgerschützen von Herbern. Zur Kaiserin erkor er sich seine Frau Marita. Anfang März 1998 konnte auf dem Schützenplatz die neue Schießanlage des Vereins eingeweiht werden. Bereits im Jubiläumsjahr 1997 wurde eine aus Containern bestehende Toilettenanlage und weitere Container für den separaten Schießraum mit zwei Schießplätzen sowie einem Vorraum aus eigenen Mitteln gekauft und von einigen Mitgliedern nach den erforderlichen Vorschriften ausgebaut. Kurz nach der Einweihung nutzten bereits 7 Schießgruppen die neue Anlage.
Heiner Laxen führt die Schützen ins neue Jahrtausend. Mit dem 479. Schuss sicherte er sich im Juni 1999 die Königswürde. Bei strahlendem Sommerwetter erwählte er seine Frau Annette zu Mitregentin.
Der erste Schützenkönig mit einer 2 vor der Jahreszahl wurde im Sommer 2000 Dirk Schoppmann. Bei starker Konkurrenz fiel der hölzerne Vogel schon nach dem 285. Schuss von der Vogelstange. Mit seiner Frau Anke nahm er, an einem sehr heißen Sommertag, den großen Zapfenstreich auf dem Kirchplatz ab um danach mit allen Gästen ins Festzelt einzuziehen. Im November ging die Ära Heinz Neuhaus zu Ende. Auf der Generalversammlung stellte er sich für den Posten des 1.Vorsitzenden, nach 16 erfolgreichen Jahren, nicht mehr zur Verfügung. Seine Nachfolge trat der bis dahin 2.Vorsitzende Robert Temmann an.
Der im März 2001 durchgeführte Vergleichskampf der einzelnen Schießgruppen konnte der Club „Altenhamm“ für sich entscheiden. Bei den Damen siegten „Die Flintenweiber“. Neuer Schützenkönig 2001 wurde Uwe Finke, der, wie auch sein Vorgänger, aus dem Schießclub „Die Daltons“ kam. Mit der 289. Kugel, einem regelrechten Kunstschuss, teilte er den großen Rest des Holzvogels überraschend in zwei Hälften. Zur Königin nahm sich der aktive Offizier seine Ehefrau Marion.
Heading Title
Click edit button to change this text. Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Ut elit tellus, luctus nec ullamcorper mattis, pulvinar dapibus leo.
Heading Title
Click edit button to change this text. Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Ut elit tellus, luctus nec ullamcorper mattis, pulvinar dapibus leo.
Heading Title
Click edit button to change this text. Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Ut elit tellus, luctus nec ullamcorper mattis, pulvinar dapibus leo.
Heading Title
Click edit button to change this text. Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Ut elit tellus, luctus nec ullamcorper mattis, pulvinar dapibus leo.
Karsten Nägeler hieß der Schützenkönig 2002. Zur Mitregentin nahm er sich Kerstin Schmiemann, der er noch am Festabend vor den versammelten Schützen einen viel umjubelten Heiratsantrag machte. Sonntagskönig wurde Christoph Ruhmöller
Der Ehrenvorsitzende Heinz Neuhaus errang im Juni des Jahres 2003 die Königswürde. Seine Ehefrau Elfriede und damit neue Schützenkönigin, freute sich mit ihm. Mit dem 229. Schuss sicherte er sich den Rest des arg zerzausten Vogels. Sonntagskönig wurde Andre Schumann aus der Avantgarde, die in diesem Jahr mit einem Umzug und vielen Gastvereinen ihr 50jähriges Bestehen feierten. Durch eine Umstellung der Festfolge konnten Heinz und Elfriede Neuhaus 2004 einen zweiten Königsball feiern, da dieser bereits am Samstag vor dem großen Montagskönig-Schießen stattfand.
Manfred Mühlenbrock regierte die Herberner Bürgerschützen im Jahre 2004. Schon mit dem Abschuss der Krone zeigte den neue König, besser bekannt als „Manni Musik“, seine Ambitionen. Mit dem 348. Schuss sicherte er sich die Regentschaft und erkor seine Freundin Sabine Knodel zur Königin die er noch im gleichen Jahr heiratete. Sonntagskönigin wurde Petra Witkowski. Im Jahr 2005 konnte sich Artur Tönning den richtigen Schuss sichern und wurde mit seiner Frau Annette Montagskönig. Nach seinem Königsjahr wechselte er als Beisitzer in den Vorstand des Bürgerschützenverein.
Im Fußball- Weltmeisterjahr 2006 in Deutschland konnte Ralf Schlüter die Königswürde erringen. Königin wurde Elisabeth Heitmann, die schon mit ihrem verstorbenen Mann Theo Heitmann im Jahr 1981 das Königspaar bildete. In diesem Jahr wurde zum vorerst letzte Mal ein Ausmarsch gefeiert. 2007 konnte sich das Vorstandsmitglied Berthold Anngelkort die Königswürde sichern. Seine Frau Monika wurde König. Sonntagskönig wurde Patrick Sonnenburg. In diesem Jahr wurde, unter Federführung von Schriftführer Johannes Schlüter, ein jährlich erscheinendes Schützenheft, gesponsert von vielen Herbernern Geschäftsleuten, herausgebracht.
Nach 186 Jahren konnte als erste Frau Ulrike Krampe 2008 die Montagskönigswürde errangen. Zum ersten Prinzgemahl wurde ihr Ehemann Bernd ernannt. Nach einer Idee von Hauptmann Heiko Mönster wurde eine erste Schützenscheibe, die auch zukünftig die Häuser der Könige zieren soll, aufgehangen.
Mit Walter Hölscher konnte 2009 ein langjähriger Offizier und Kanonier König werden. Er nahm sich seine Lebensgefährtin Hilde Kilian zur Königin. Mit Christina Steffens wurde 2009 die dritte Frau Sonntagskönigin. Mit Eckhard Froning wurde 2010 der zweite Kanonier hintereinander Montagskönig. Er nahm seine Lebensgefährtin Ramona Lewe zur Königin. Marco Hüsing wurde der 50ste Sonntagskönig.
Im Dezember musste sich der Bürgerschützenverein von ihrem langjährigen Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden Heinz Neuhaus verabschieden, der nach langjähriger Krankheit verstarb.
Im Mai 2011 wurde das erste Pokalschießen der Herberner Schützenvereine durchgeführt. Neben den siegreichen Bürgerschützen nahmen die Schützen von Horn und Nordick, sowie die Jakobiner teil. In einem spannenden Kampf um die Königswürde wurde Michael Ulrich 2011 der vorerst letzte König, der an einem Montag den Vogel herabschoss. Seine Frau Silvia wurde Königin. Michaela Sodenkamp-Rondorf schoss am Tag vorher den Sonntagsvogel ab. In der Generalversammlung 2011 wurde auch die Festfolge für das Jahr 2012 umgestellt. Das Fest beginnt Freitag mit dem Vogelschießen. Am Samstag wird der Königsball gefeiert und am Sonntag gibt es einen erweiterten Frühschoppen mit Ehrung. Nach 5 Jahren als Schriftführer übernahm Johannes Schlüter das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden.
Im Laufe der Jahrzehnte hat sich die Form des Schützenvereins gewandelt und sich naturgemäß den Erfordernissen der sich ändernden Zeit angepasst. Seit einigen Jahren gehören auch Damen mit allen Rechten dem Bürgerschützenverein an. Es entstand das Offizierkorps, die Avantgarde, die Reservisten Avantgarde, die Avantfahnengarde, die Tippelbrüder und die einzelnen Kompanien, die in ihrer Ganzheit vom Vorstand geführt werden.
Nicht geändert hat sich die Kameradschaft und das Zusammengehörigkeitsgefühl, das die Mitglieder ohne Unterschied auf Rang und Namen einmal jährlich zum Bürgerschützenfest unter der Vogelstange auf dem Ferdinand Graf von Merveldt-Schützenplatz vereint. Haben sich die Grundsätze und Gesetze seit 1822 geändert, so behält das Gebot der Hilfsbereitschaft und der Toleranz gegenüber den Mitmenschen auch heute noch unverändert Gültigkeit. Denn gerade die heutige hektische und teilweise unpersönliche Zeit verlangt, daß diese Gesetze von 1822 nicht in Vergessenheit geraten. Das 190jährige Bestehen bedeutet für die Mitglieder des Bürgerschützenvereins 1822 Herbern e. V. die Fortführung des Gedankens der Zusammengehörigkeit und der Kameradschaft, gewachsen aus der Tradition und das Bemühen um eine weitere, glückhafte Zukunft.
