Geschichte

by Marco

Die Geschichte des Bürgerschützenverein 1822 Herbern e.V.

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Das Schützenfest dauerte schon im 19. Jahrhundert mindestens zwei Tage. Früher wurde zusätzlich auf Scheiben geschossen. Seit den 1950er Jahren entwickelte sich daraus der zweite Königswettbewerb – zunächst als Flaschenkönig, später als Sonntagskönig und heute als Jungschützenkönig. Dieser zweite König sollte gerade jüngeren Mitgliedern mit weniger finanziellen Möglichkeiten die Chance geben, selbst einmal Majestät zu sein. Nur wenige Sonntagskönige wurden später Hauptkönig. Ein besonderes Beispiel ist Tim Pleger, der zuvor bereits Kinderschützenkönig gewesen war. Mit der großen Reform von 2012 wurde das Königsschießen schließlich vom Sonntag auf den Samstag verlegt.

Zum Schützenfest gehört auch der Königsball, der seit jeher als gesellschaftlicher Höhepunkt gilt. Ihm voraus geht der Große Zapfenstreich, der seit 1992 auf dem Kirchplatz abgehalten wird. Seit 2012 sorgen sogar drei Musikkapellen für die musikalische Gestaltung. Der Zapfenstreich lockt jedes Jahr zahlreiche Zuschauer aus Herbern und Umgebung an.

Der Sonntagmorgen beginnt traditionell mit der Heiligen Messe und dem Frühschoppen. Die Messe war bereits 1822 fester Bestandteil des Festes und wurde in den ersten Statuten ausdrücklich erwähnt. Obwohl der Verein nie ein kirchlicher Verein war, blieb er stets eng mit der Kirche verbunden. Gleichzeitig gehörten über viele Jahrzehnte hinweg selbstverständlich auch Protestanten, Juden und Nichtglaubende zum Verein. Die religiöse Verwurzelung zeigt sich bis heute. Im Jahr 2005 führte der damalige Hauptmann sogar das Amt des Kompanieseelsorgers ein.

Nach der Messe folgt der Frühschoppen und damit auch die Ehrung verdienter Mitglieder. Bereits seit den 1950er Jahren werden langjährige Mitgliedschaften ausgezeichnet – als bewusste Antwort auf die Erfahrungen von Krieg und Diktatur. Geehrt werden 25-, 40-, 50-jährige und noch längere Mitgliedschaften. Seit 1987 erhält außerdem jeder amtierende König einen Orden und seine Königin eine goldene Nadel. Ebenso werden Jubelkönige geehrt.

Die höchste Auszeichnung des Vereins ist jedoch der Hubertusorden. Er wurde 1956 eingeführt und darf gleichzeitig nur an fünfzehn lebende Mitglieder verliehen sein. Erst wenn ein Träger ausscheidet, kann ein neuer Orden vergeben werden. Hans Berger war der erste Träger, gefolgt von Josef Wickensack. Besonders große Verleihungen fanden 1972 und 2017 statt. Insgesamt wurden bisher erst 37 Hubertusorden vergeben. Der jüngste Träger ist Klaus Feldkemper, zugleich der erste Sohn eines Hubertusordenträgers, der selbst diese Auszeichnung erhielt.